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Geomagnetik 2008

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Vom 12.09. bis 17.09.2008 wurden auf Flächen, die an das bisherige Grabungsgebiet anschließen, großflächig unter Leitung von Carsten Mischka geomagnetische Prospektionen durchgeführt.

Großflächige geomagnetische Prospektionen in den Jahren 2007 und 2008

Bei der Erforschung der römischen Villenanlage von Duppach-Weiermühle konnten mit der monumentalen Nekropole, der Straße und zahlreichen Nebengebäuden wichtige Elemente archäologisch und geophysikalisch dokumentiert werden. Bislang fehlt jedoch der Nachweis des Hauptgebäudes dieser großen und reichen Anlage. Damit steht die Erforschung der Villenanlage von Duppach-Weiermühle im klaren Gegensatz zu  anderen Villenanlagen, deren Hauptgebäude fast immer im Zentrum des Interesses stand, da es als großer Trümmerhügel leicht zu erkennen und lokalisieren war. Dagegen hat man bei anderen Villenanlagen nur selten Hinweise auf die Nebengebäude oder gar die Nekropole.

Noch seltener bekannt sind der genaue Standort und das Aussehen der dazugehörenden monumentalen Grabdenkmäler. In Analogie zu anderen Villenanlagen in der Region wie beispielsweise Gerolstein, Leudersdorf, Gillenfeld oder aber Wittlich ist davon auszugehen, dass das Hauptgebäude eine Frontlänge von mindestens 70-80m gehabt haben muss. Ein solch großes Gebäude in Steinbauweise mit Fußbodenheizung und Estrichen muss demnach auch in der geomagnetischen Prospektion zu erkennen sein. Dies war der Anlass im Jahr 2008 mit einem Viersonden Magnetometergerät das gesamte Umfeld der Grabdenkmäler auf einer Gesamtfläche von ca. 3 ha zu untersuchen, um so Hinweise auf Lage, Größe, Grundriss und Ausstattung des Hauptgebäudes zu erhalten. Diese Maßnahme war besonders in den Randbereichen der bislang prospektierten Flächen von Bedeutung, da sich dort Befunde abzeichneten, die als Hauptgebäude gedeutet werden konnten.

Diese Forschungskampagne wurde zudem genutzt, um interessierten Bürgen beim Tag des offenen Denkmals die geomagnetische Prospektion in der archäologischen Feldforschung zu erklären.

Leider konnte bei den Messungen das Hauptgebäude nicht lokalisiert werden. Dennoch ist die Maßnahme uneingeschränkt als Erfolg zu werten, da nun alle topographisch für einen solchen Bau geeigneten Flächen auf der rechten Oosbachseite im Umfeld der Grabdenkmäler als Standort auszuschließen sind. Zudem ergaben sich bei den Messungen neue wichtige Hinweise auf die Struktur der Villenanlange sowie neue Fragestellungen, die im Rahmen von sehr kleinflächigen archäologischen Grabungen im Jahr 2009 genauer untersucht werden konnten.

Gelesen 909 mal Stand: 09.01.2015