Auf dem Grabungsgelände Auf dem Grabungsgelände © 2004 AFD

Mit einem kurzen Einblick in die Vorgeschichte möchten wir Ihnen erklären, warum ausgerechnet in Duppach-Weiermühle seit dem Jahr 2002 archäologische Grabungen durchgeführt werden. Diesen Einblick erhalten Sie durch einen Auszug aus dem Buch „Die römische Nekropole und die Villenanlage von Duppach-Weiermühle, Vulkaneifel" von Dr. Peter Henrich.

Unser Vorstandsmitglied Peter Henrich schreibt zur Forschungsgeschichte in seinem 2010 erschienen Buch:

„Erste Meldungen über Skulpturenfunde zwischen den Ortschaften Duppach und Steffeln (Landkreis Vulkaneifel) im Distrikt „Bremsbert“ sind aus dem Jahr 1906 überliefert. Es wird in einem Fundbericht in den Ortsakten des Rheinischen Landesmuseums Trier von einem „fast lebensgroßen Jünglingskopf“ und einem „Steinfragment von einem großen Gesims mit stark hervortretender Akanthusblatt-Konsole, rechts daran in Relief eine Weintraube, links eine Pansflöte“ erwähnt, die in einem Haus in Steffeln eingemauert seien. Das Relief wurde 1997 von dem ehrenamtlichen Denkmalpfleger Peter May beim Abbruch des Hauses geborgen und dem Rheinischen Landesmuseum Trier übergeben werden (EV 1997, 130). Über den Verbleib des „Jünglingskopfes“ ist nichts mehr bekannt.

Im Mai 1921 stieß man bei Ackerarbeiten im Distrikt „Bremsbert“ auf eine lebensgroße Löwe-Eber-Gruppe aus Buntsandstein (Inv. 1921, 105) sowie zahlreiche weitere Skulpturenfragmente. Sowohl den Löwen- als auch den Eberkopf erwarb das Rheinische Landesmuseum Trier. Beide sind seitdem im Neumagener Saal zu besichtigen.

Die übrigen Fragmente wurden durch Mitarbeiter des Landesmuseums skizziert und teilweise fotografiert. In den Aufzeichnungen ist keine Nachgrabung vermerkt.

Ab 1980 prospektierten dann Mitglieder des Archälogischen Vereins Gerolstein, Paul und Maria Surges sowie Peter May, die Fundstelle. Hierbei wurden zahlreiche Kleinfunde wie Scherben, Ziegel aber auch Skulpturenfragmente aufgesammelt, die nach einer sorgfältigen Einmessung und Kartierung durch die ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger mehrere Fundkonzentrationen ergaben. Diese Voruntersuchungen bildeten die Grundlage für geomagnetische Untersuchungen, die im Oktober 2001 vom Archäologischen Institut der Universität zu Köln in Zusammenarbeit mit dem Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln durchgeführt wurden. Im Rahmen dieser Messungen konnten zahlreiche zur Nekropole und zur Villa gehörenden Befunde likalisiert werden."

Nach der Auswertung der geomagnetischen Untersuchungen war sowohl für Peter Henrich wie auch für die Professoren des Archäologischen Instituts der Universität zu Köln klar, dass in diesem Bereich Grabungen zur Abklärung dieser Erkenntnisse gemacht werden mussten.  Nachdem die Grabungsgenehmigung durch das Rheinische Landesmuseum Trier vorlag, fand die erste Grabung  dann im Jahre 2002 statt und übertraf bereits in den ersten Tagen alle Erwartungen."

Berichte dazu finden Sie bei den jeweiligen Grabungsjahren.

Nach jeder Grabung müssen die geöffneten Flächen leider wieder verschlossen werden.  Einerseits ist dies erforderlich, damit die Landwirte die Böden wieder beackern können und zum anderen, damit Raubgräberei verhindert wird. Bevor der Bagger am Grabungsende wieder anrückt, werden jedoch besondere Befunde mit einem Bauvlies abgedeckt, um diese zu schützen und um sie evtl. später mit relativ wenig Arbeitsaufwand wieder freizulegen. Wenn Sie sich also außerhalb der Grabungszeiten das Gelände anschauen, so ist oberflächig leider nichts zu sehen. Aus diesem Grunde hat der Archäologische Förderverein im Jahre 2006 in Sichtweite zum Grabungsgelände eine Infotafel errichtet, um damit den Besucher bzw. Wanderer über Funde und Befunde zu informieren.

Stand: 21.01.2015

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