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Archäologen erforschen römische Schmiede in Duppach

Rheinisches Landesmuseum Trier genehmigt weitere Grabungen: Wissenschaftler erhoffen sich Aufschlüsse über Eisenherstellung in der Antike

(Duppach) Der Archäologische Förderverein hat dieses Jahr erneut Großes vor. Vom 22. August bis zum 14. September wurde vom Rheinischen Landesmuseum Trier eine weitere Grabung genehmigt, die unter der Projektleitung von Peter Henrich steht. Die örtliche Grabungsleitung übernimmt Elisabeth Krieger, Doktorandin der Uni zu Köln. Das Ziel ist die komplette Erforschung einer römischen Schmiede, die bereits 2010 teilweise archäologisch untersucht wurde.

Duppach. Von den aktuellen Grabungen in Duppach erhofft man sich aufschlussreiche Ergebnisse über die Eisenherstellung und Verarbeitung in der Antike, die nach den bisherigen Funden und Befunden in diesem Gebäude sowie im direkten Umfeld der ehemaligen Römervilla stattgefunden hatte.
"Alles deutet darauf hin", meint die Vorsitzende des Archäologischen Fördervereins Duppach, Maria Surges, "dass der damalige Besitzer das Eisenerz aus dem weiteren Umfeld von Duppach gewonnen, es hier verhüttet hat und durch den Verkauf des Roheisens und gefertigter Eisenprodukte zu Macht und Reichtum kam." Augenzinkernd meint sie: "Im Stillen träumen wir vom Fund eines Goldschatzes. Dann wären die finanziellen Sorgen unseres Vereins vorbei, denn wir müssen allein für diese Grabung bis zu 15 000 Euro aufbringen."

Vergangenes Jahr haben rund 3000 Personen die Nachbildung eines römischen Speichergebäudes besichtigt, die in der Nähe des Grabungsgeländes einer ehemaligen römischen Villenanlage im Duppacher Ortsteil Weiermühle errichtet wurde, berichtet Surges voller Stolz.
Mehr als die Hälfte der Besucher sind Wanderer, die hier rasten und auf einem aus römischen Steinen errichteten Sitzkreis verweilen. Entspannt würden sie die wunderschöne Vulkanlandschaft des Duppacher Weihers, der ein Trockenmaar ist, bewundern. Auch der kleine Garten, in dem viele bekannte Kräuter und Pflanzen, die bereits die Römer nutzten und in ihrer Küche verarbeiteten, blühen und gedeihen, würde große Beachtung finden. Surges: "Und oberhalb dieses Sitzkreises wacht der Greifenkopf und beobachtet das Geschehen."
Dieser Kopf eines römischen Fabelwesens, das aus einem Löwenkörper mit einem Adlerkopf besteht und Teil eines Grabmals war, übrigens der größte seiner Art nördlich der Alpen, wurde bei vergangenen Ausgrabungen in Duppach gefunden.

Das imposante Original ist im Rheinischen Landesmuseum in Trier zu besichtigen, während eine Nachbildung aus Gießbeton die Besucher willkommen heißt. Dieser Greifenkopf wurde so zum Symbol und Wahrzeichen für den Archäologischen Förderverein Duppach. In römischer Zeit bewachte er die imposanten Grabdenkmäler.
Von der Zufriedenheit und dem Interesse der Besucher, davon viele aus den westlichen Nachbarländern, künden auch zahlreiche Eintragungen im Gästebuch, das in dem Sechs-Pfostenbau des Infopunkts "Auf Bremscheid" ausliegt. Anhand der vielen Infotafeln innerhalb und außerhalb des Gebäudes kann sich jeder zur Grabungsgeschichte, der römischen Geschichte und der Arbeit der Archäologen, wie auch über das Leben und Wirken eines reichen Römers informieren, dessen Familie hier vom 1. bis 4. Jahrhundert nach Christus nachweisbar ist. avi

Der beste Termin, die Grabungen zu besichtigen und sich an Ort und Stelle von fachkundigen Archäologen erklären zu lassen, wird der Tag des offenen Denkmals am 11. September sein. "Einfach, weil nach jeder Grabung die geöffneten Flächen wieder verschlossen werden müssen", bedauert Maria Surges. Aber diese Maßnahme ist erforderlich, damit die Landwirte die Böden wieder beackern können und Raubgräberei verhindert wird." Am Denkmalstag (Beginn 11 Uhr) stehen die Präsentation der Ausgrabung sowie Führungen von Archäologen auf dem Programm. Zudem werden römische Speisen, Getränke und Spiele angeboten. Ein Büchertisch von Michael Kuhn bietet Literatur an und die sechste und neueste Ausgabe der "Eiflia Archaeologica" wird vorgestellt. Dieses Heft mit dem Titel "Römische Spiele unter dem Greifenkopf" stellt eine Auswahl bekannter römischer Spiele dar. avi

Weitere Informationen

  • Medium: Trierischer Volksfreund
  • Ausgabe: 14.08.2016
  • Autor: avi
Gelesen 238 mal Stand: 04.09.2016