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Duppacher Grabung - bald Ende im Gelände?

Wie allgemein bekannt, findet zur Zeit in Duppach, VG Gerolstein, eine Ausgrabung durch Archäologen der Universität Köln statt, bei der zahlreiche sensationelle Funde gemacht wurden. Gegraben wird ein monumentales ca. 20 m hohes Grabdenkmal eines reichen Eifeler Römers.

Das Denkmal ist vergleichbar mit der Igeler Säule, doch im Gegensatz zu dieser, bei der man im Mittelalter annahm, es handele sich um das Grabdenkmal der Hl. Helena, hatten die „christlichen Tabliban″ jener Zeit keine Scheu davor, das heidnisch-römische Monument zu zerstören und als Baumaterial zu mißbrauchen. Den Schmuck und Zierrat der Säule schlugen sie als unbrauchbar einfach ab und ließen ihn liegen. Gras wuchs über die Sache und so ruhten die zahllosen römischen Schmuckelemente, Tier- und Menschen-Figuren aus dem hiesigen roten Sandstein mehr als 1.000 Jahre in der Erde. Bis in den 1920er Jahren beim Ackern ein riesiger Löwenkopf aus Sandstein zum Vorschein kam. Er wurde vom Trierer Museum geborgen, mehr aber geschah nicht. Römer waren damals nicht „in″ - man suchte eher Germanen! Und so wuchs wieder Gras über die Sache. Außer ein paar Heimatforschern, die dann und wann Lesesfunde machten, kümmerte sich keiner mehr darum.....

Es hat nun mehr als 80 Jahre gedauert, bis sich jetzt ein Kölner (!) Doktorand der Sache annahm und dieses Jahr mit bescheidenen Mitteln eine auf 4 Wochen befristete Grabung begann. Er rechnete mit ein paar Dutzend Fundstücken. Doch seine Erwartungen wurden mehr als übertroffen! Bis heute sind ein halbes Tausend zum Teil einmaliger Skulpturen und Fragmente von unschätzbarem wissenschaftlichen und künsterischem Wert zum Vorschein gekommen. Und das wäre erst der Anfang. Zur Zeit ist nämlich erst die Hälfte der Ausgrabung realisert, da die Kosten wegen der Fülle des Fundgutes explodieren.

Die Vollendung der Ausgrabung ist aus finanziellen Gründen unwahrscheinlich geworden. Zwar haben die VG Gerolstein, die Gemeinde Duppach und einige interessierte lokale Firmen und rührige Bürger sowie die Fritz-Thyssen-Stiftung die bisherige, letzte Woche endende erste Grabungsphase finanziert. Und das Trierer Museum hat eine Verlängerung der Grabung um zwei Wochen übernommen. Doch dann ist Ende im Gelände! Dabei handelt es sich keineswegs um große Summen, die hier fehlen. Eine Woche Ausgrabung kostet nur ca. 1.500 Euro! Peanuts also, wenn man es recht bedenkt. Und nun der Skandal: Wer auf der Liste der Sponsoren in erster Linie fehlt, ist das Land Rheinland-Pfalz. In Mainz scheint niemand ein Interesse daran zu haben, die Kölner Grabung auf Südeifeler Boden finanziell zu fördern. Das zeigt die ganze Misere der Archäologie im Lande RLP. Das Wenige, was getan wird, tut man in Mainz, etwas noch in Trier und weiter reicht das Portemonnaie nicht. Die nördliche Südeifel ist ohnehin archäologisches Niemandsland. Die Trierer Archäologie ist vollends damit befaßt, in Ägypten zu graben, wohl weil dort die Forschungsförderung besser ist. Die muss das Gute in der Ferne suchen, statt in die Nähe zu schweifen. Natürlich will und wird man die Duppacher Funde nach Trier holen - die Eifeler Bevölkerung darf sie dann dort auch besichtigen. Aber vor allem darf das natürlich möglichst nichts kosten. Vor Ort in der Eifel die Funde zu dokumentieren und für die Bevölkerung greifbar zu machen, welche grandiose Vergangenheit es hier gab - nicht auszudenken.

In Mainz kümmert man sich derweil lieber ums Singen und Lachen. Herr Beck und sein Brüderle Bauckhage reisen lieber von Winzerfesten zu Mühlen- und anderen Eröffnungen. Das ist so das Niveau in Mainz. Aber Kultur? Kultur in der Eifel? Pfui Deiwel! Das überläßt man doch besser der katholischen Kirche. Im Ausstellungskatalog „Ein Land gewinnt Profil: 50 Jahre Rheinland-Pfalz″ schreibt Gerd Rupprecht vom Landesamt für Denkmalpflege 1997: „...eine Gesamterfassung der Bodendenkmäler und Fundstellen fehlt, das archäologische Geschichtsquellenpotential ist bei weitem weder für die Schulen noch die Bürger und den Fremdenverkehr erschlossen ......Bundesweit gesehen, bildet die rheinland-pfälzische Landesarchäologie das Schlusslicht......im Forschungs- und Kulturbertrieb des Landes hat man der Landesarchäologie immer mehr eine Zuschauerrolle zugedacht - beim bloßen Abzählen der Verluste : Geschichte scheint keine Zukunft zu haben.″

Und so muß uns ein Kölner Student zeigen, welch wertvolle Kulturgüter in unserem Boden schlummern. Dies ist ein weiterer Beweis, wie sinnlos und schädlich die Aufteilung der Eifel auf zwei Bundesländer ist. Auch archäologiisch gesehen hat man den Kreis Daun bereits an NRW abgegeben!

Ich appelliere an alle Eifeler Patrioten: Besuchen Sie bitte den Fundort. Machen Sie sich ein Bild von den Leistungen der Forscher. Und vor allem spenden Sie für die Duppacher Grabung, entweder vor Ort oder z.B. auch auf das Konto der VG Gerolstein (Nr. 101 133 7 bei der KSK Daun, BLZ 546 512 40, Vermerk "Ausgrabung Duppach, römisches Grabdenkmal"). Auch der Archäologische Verein Gerolstein nimmt gerne projektgebundene Spenden entgegen. Die Spender können selbstverständlich auch eine Spendenquittung bekommen. Und engagierte Helfer können sich auch bei der Grabungsleitung melden. Es werden durchaus noch starke und fleißige Hände zur kostenlosten Mitglilfe gesucht. Die Zeit drängt....

Ulrich Berger, Lissendorf

Weitere Informationen

  • Medium: Eifel Journal
  • Ausgabe: 12.09.2002
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