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Grabungsfunde ausgestellt

Gerolstein. (ws) Großes Interesse bekundeten zahlreiche Besucher im Rathaus einer Ausstellung des Archäologischen Fördervereins Duppach e.V.. Bei der Veranstaltung wurden mehrere der interessanten Grabungsfunde und die jüngt erschienene erste Ausgabe der Jahresschrift „Eiflia Archaeologica - Duppacher Schriften zur Archäologie in der Eifel″ vorgestellt.

Die Vereinsvorsitzende Maria Surges begrüßte die Zuschauer. Sie gab bekannt, dass die jetzige Ausstellung noch einige Zeit bis in den September als Wanderausstellung in der Region bleiben wird. Ab Anfang 2005 können einige der schönsten Funde aus Duppach in der Ausstellung „Forum ´04″ im Rheinischen Landesmuseum in Trier besichtigt werden. Ausstellungsleiter Peter Henrich sprach über die bis jetzt erreichten Ergebnisse der Ausgrabungen, die noch fortgesetzt werden. Seine kurz gefassten Informationen besagten, dass seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts beim Ortsteil Weiermühle immer wieder Fragmente von mindestens einem römischen Grabdenkaml gefunden worden seien. Zur Erforschung der Fundstelle wurden vor einigen Jahren geophysikalische Prospektionen durchgeführt. Sie ließen unter der Ackeroberfläche verborgene Mauerzüge erkennen und erlaubten die exakten Standorte der Denkmäler zu lokalisieren. Im August/September 2002 wurde für acht Wochen eine Ausgrabung durchgeführt, die eine große Menge von Fragmenten und die Fundamente von zwei zeitlich aufeinander folgenden Grabdenkmäler zu Tage brachte. Von beiden Bauwerken konnten 770 Skulpturenfragmente geborgen werden.

Eine herausragende Stellung nahm hierbei ein vollständig erhaltener, 50 cm x 80 cm großer, rundplastisch ausgearbeiteter Greifenkopf ein. Nach bisheriger Analyse muss aufgrund der Funde mindestens eines der beiden Grabdenkmäler in Analogie zur Igeler Grabsäule rekonstruiert werden. Vom dazugehörigen Gräberfeld konnten vier Bestattungen und zwei Aschegruben dokumentiert werden. In unmittelbearer Nähe der Gräber fand sich ein Depot mit ca. 30 vollständigen figürlichen Terrakotten, zumeist Muttergottheiten. 2003 und 2004 fanden wieder Ausgrabungen statt. Dabei wurde ein Grabdenkmal abschließend untersucht und zahlreiche neue Relieffragmente gefunden. Den Archäologen der Universität Köln gelang es, eine etwa 4 m breite, römische Straße freizulegen, welche die Römerstraße Köln-Trier verband. Darüberhinaus wurde ein römisches Wohngebäude festgestellt.

Die Untersuchungen dauern noch an. Eine erste wissenschaftliche Analyse ergab, dass mindestens in der 2. Hälfte des 4. Jh. n. Chr. systematisch abgebaut wurde. Zum zweiten Mal wurden die Bauwerke im 15. oder 16. Jh. geplündert. Die bisherigen Ausgrabungen wurden von zahlreichen öffentlichen und privaten Zuwendungen finanziert. Die Ausgrabungen und wissenschaftlichen Untersuchen werden vom Archäologischen Institut der Universität zu Köln und dem Rheinischen Landesmuseum Trier durchgeführt. Der Archäologische Förderverein Duppach ist wegen Förderung wissenschaftlicher Zwecke als gemeinnützig anerkannt. Spenden und Mitgliedsbeiträge sind daher steuerlich absetzbar.

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  • Ausgabe: 22.07.2004
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