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Wie die Römer Eisen gewannen: Exkursion führt durch die Eifel

(Duppach/Jünkerath) Bei Grabungen steht seit zwei Jahren die Wirtschaftsgeschichte der römischen Villa bei Duppach-Weiermühle im Zentrum der Forschung. Ein Ergebnis ist, dass Duppach im vierten Jahrhundert nach Christus ein regionales Zentrum der Eisengewinnung und -verarbeitung war. Deshalb besuchten nun Archäologie-Studenten und der Grabungsleiter die Eifel.

Wegen des Eisens waren sie gekommen: Archäologie-Studenten der Universität zu Köln informierten sich bei einer Exkursion in die Eifel über die antike Gewinnung und Verabeitung des Rohstoffes. Denn Grabungen an der römischen Villa bei Duppach-Weiermühle haben gezeigt: Dort war ein Zentrum der Eisengewinnung und -verarbeitung. Dr. Peter Henrich, Grabungsleiter und stellvertretender Vorsitzender des Archäologischen Fördervereins Duppach, leitete die Exkursion. Vorausgegangen war eine Lehrveranstaltung am Archäologischen Institut der Universität zu Köln, die er gemeinsam mit dem Diplom-Historiker Sebastien Perret, einem Schweizer Spezialisten für antike Eisenverarbeitung, leitete. Dabei erfuhren die Studenten die theoretischen Grundlagen zur Eisengewinnung und -verarbeitung.

Im Eisenmuseum Jünkerath wurden die Kenntnisse vertieft. Erwin Holcer, der Leiter des Museums, erläuterte die neuzeitliche Eisenverarbeitung. Dank der Sammlung des Museums konnten die Studenten die Erklärungen zu den technisch hochspezialisierten Arbeiten direkt an den Objekten nachvollziehen.
Zweiter Programmpunkt des Tages war ein Besuch der Erlebnisschmiede von Thomas Knauf in Duppach. Dort wurden die Studenten mit den Werkzeugen und Arbeitsvorgängen konfrontiert. So schmiedete Thomas Knauf live ein Werkzeug und demonstrierte die Tätigkeit heutiger und römischer Schmiede. Zum Abschluss durfte jeder der Teilnehmer auch selbst schmieden.

"Mir ist es wichtig, dass die Studenten in den Lehrveranstaltungen auch Erfahrungen in der Praxis machen. Dies bereichert später sehr die wissenschaftliche Arbeit", sagt Henrich.
Die Lehrveranstaltung ist eng mit der Arbeit des Archäologischen Fördervereins Duppach verknüpft. Bereits seit seiner Gründung gibt es eine Kooperation mit dem Archäologischen Institut der Uni. "In Zukunft möchten wir uns noch stärker an der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses beteiligen, da viele Funde und Grabungsergebnisse aus Duppach für Abschlussarbeiten zur Verfügung stehen", sagt Maria Surges, Vorsitzende des Fördervereins

Weitere Informationen

  • Medium: Trierischer Volksfreund
  • Ausgabe: 31.01.2012
  • Autor: red.
Gelesen 823 mal Stand: 09.02.2015